Das erste nationale Highlight des Jahres führte die Männer und Frauen nach Stuttgart, um bei den Deutschen Meisterschaften in den Kampf um Titel und Medaillen einzugreifen. In diesem Jahr stellte der JVMV mit sechs Judoka ein so großes Aufgebaut, wie schon lange nicht mehr. Neben unserer Spitzensportlerin Annika Würfel (VfK „Bau“ Rostock) stellten sich auch Robert Strohschein, Johannes Müller (beide PSV Rostock), Cheyenne Wendav (VfK „Bau“ Rostock), Theresa Sohst (BC Vorpommern) und Alexander Kitagawa (ASIA Sport Neubrandenburg) der großen Herausforderung, auf nationalem Topniveau zu kämpfen.

 

Nachdem am ersten Tag einzig Theresa Sohst (bis 57kg) die MV-Farben vertrat und nach einem Kampf leider zu früh die Segel streichen musste, standen am Sonntag gleich fünf Judoka unseres Verbandes auf den Matten der SCHARRena. Den Anfang am Vormittag machten die Herren, wobei sich einzig Robert Strohschein (über 100kg)  nach seinem Goldtriumph bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften 2022 – allerdings im Limit bis 100 Kilogramm – erneut gut in Szene setzen konnte. Nach einem Sieg im Auftaktkampf gegen Simon Schwertl (BY), unterlag Robert im Poolfinale dem späteren Finalisten und Mitfavoriten Jonas Schreiber (NW). Taktisch clever kämpfend nutzte der Rostocker in der Hoffungsrunde eine der wenigen sich ergebenden Chancen zum Ippon gegen Martin Röttinger (BA) und stand im Kampf um den Einzug ins kleine Finale. Marc Schatten (NW) beendete anschließend den Wettkampftag unseres Athleten, der sich zwar anfangs über die verpasste Chance ärgern aber später auch über den 7. Platz bei den Deutschen Meisterschaften freuen dürfte.

 

Mit Annika Würfel (bis 52kg) hatte MV dann am Nachmittag sogar eine Favoritin auf den Titel im Aufgebot. Gemeinsam mit Dauerkonkurrentin Mascha Ballhaus (HH) teilte sich unsere Spitzenjudoka den Anspruch auf Gold, was beide Athletinnen auch im Turnierverlauf eindrucksvoll unter Beweis stellten. Souverän kämpften sie sich in das Finale, welches sich alle erhofft hatten. Annika schlug dabei Ellen Flohr (BA) und Soraya Günther (NW) in der Vorrunde, um auch im Halbfinale gegen Julia Mollet (BA) keinen Ansatz zuzulassen. Mit erfrischendem Offensiv-Judo überzeugte Annika im Stand wie im Boden. Das erwartete Finale wurde dann auch der erwartet harte Kampf zweier Top-Athletinnen. Nach einem harten Einschlag mit dem Kopf auf die Matte brauchte Annika einen Moment, um die Führungsrolle in dem Kampf zu übernehmen. Am Ende reichte es nicht, um die Waza-Ari-Wertung wieder auszugleichen, so dass die vierte DEM-Medaille bei den Frauen nach Bronze 2019, Gold 2020 und 2021 nun die silberne Farbe hat.

 

Wir gratulieren Annika zu diesem Erfolg und einer beeindruckenden Bilanz im Frauenbereich. Unsere Glückwünsche gehen aber ebenso an Robert Strohschein, der mit Platz sieben einen Achtungserfolg für MV erkämpfte, sowie allen anderen angetretenen Judoka bei den Deutschen Meisterschaften in Stuttgart.

 

bis 52 kg (17 Teilnehmerinnen):
1. Mascha Ballhaus, TH Eilbeck / HH
2. Annika Würfel, VfK „Bau“ Rostock / MV
3. Lena Djeriou, 1. JC Samurai Offenbach / HE
3. Nicole Stakhov, JC RBS Leipzig / SN
5. Leonie Zeller, TuS Holzkirchen / BY
5. Julia Mollet, DJK Eppelheim / BA
7. Lara Matilda Jetter, JSC Heidelberg / BA
7. Soraya Günther, SSF Bonn / NW

 

über 100 kg (14 Teilnehmer):
1. Losseni Kone, SC Alstertal-Langenhorn / HH
2. Jonas Schreiber, Sport-Union Annen / NW
3. Yvo Witassek, UJKC Potsdam / BB
3. Daniel Udsilauri, TSV-Erbach / WÜ
5. Marc Schatten, TSV Bayer 04 Leverkusen / NW
5. Paavo Plöhnert, SV Halle / ST
7. Sergej Kasper, Judokwai Elz-Hadamar-Limburg / HE
7. Robert Strohschein, PSV Rostock / MV

 

Bericht & Foto: Dirk Spörcke